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Gemeinde - 03.08.2004

Bürgermeister Schwaigert besichtigt Deponie am Lemberg

Bürgermeister Schwaigert bei der Besichtigung der Deponie
Bürgermeister Schwaigert bei der Besichtigung der Deponie "Am Lemberg"
Die Arbeiten zur Abdichtung der Deponie „Am Lemberg“ gehen dem Ende entgegen. Bürgermeister Lutz Schwaigert nahm dies zum Anlass, einer Einladung der AVL Abfallverwertungsgesellschaft zu folgen und die Deponie zu besichtigen.

Albrecht Tschackert, Technischer Leiter der AVL, erläuterte die letzten Arbeiten an der Abdichtung der fünf Hektar großen Deponiekuppe. Die AVL hat sich für ein modernes Dichtungssystem, bestehend aus einer Kunststoffdichtungsbahn und einer Kapillarsperre, entschieden. Diese Dichtung wird nun fertig gestellt. In weiten Bereichen der Deponieoberfläche wird auch bereits wieder Rekultivierungsboden aufgebracht und eingesät. Das Forstamt beabsichtigt, im Herbst 2005 die Bepflanzung der Oberfläche vorzunehmen.

Zeitgleich zur Oberflächenabdichtung hat die AVL im Untergrund der Deponie etwa 700 m Sickerwasserleitungen saniert, die zwischen 1975 und 1985 eingebaut wurden. Bedingt durch die damalige Konstruktion konnten diese nicht gereinigt und gewartet werden. Nun wurden an vier Stellen bis zu 30 m Tiefe Kontrollschächte eingebaut, die es erlauben, mit Kanalkameras und -spülgerät die Leitungen zu kontrollieren und regelmäßig zu reinigen. Damit ist sichergestellt, dass der basisgedichtete Neuteil der Deponie, den der Landkreis ab 1975 erschlossen hat, ordnungsgemäß entwässert werden kann.

Der Rundgang führte weiter zum Maschinenhaus der Entgasungsanlage. Hier erinnerte Albrecht Tschackert daran, dass auf der Deponie "Am Lemberg" in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart Pionierarbeit bei der Deponieentgasung geleistet wurde. Die Gasmenge betrug vorübergehend bis zu 1.800 m³ pro Stunde. Das Gas wurde in mehreren Motoren verstromt und zur Gärtnerei Schöck geleitet, wo es bis Ende Mai 1997 zur Beheizung der Gewächshäuser eingesetzt wurde. Inzwischen hat sich das Gasaufkommen auf etwa 100 m³ pro Stunde reduziert. Ein Zeichen dafür, dass die organischen Abfälle weitgehend abgebaut sind. Die Entgasungsanlage wurde inzwischen an die geringere Gasmenge angepasst und moderne Sicherheits- und Fördertechnik eingebaut.

Schließlich führte der Weg zur Sickerwasser-Reinigungsanlage, die das Abwasser der Deponie vorbehandelt, bevor es in die Kläranlage des Zweckverbandes Häldenmühle eingeleitet wird. Die Anlage ist seit zwei Jahren bei konstant guter Leistung in Betrieb. Sie entnimmt dem Abwasser mit Hilfe einer Nanofiltration und Aktivkohle vor allem die in der Kläranlage schwer abbaubaren Schadstoffe.

Der Landkreis hat zum Schutz der Umwelt vor den Auswirkungen der Deponie „Am Lemberg“ seit 1999 rund 7,2 Mio. Euro ausgegeben, die aus den Rücklagen für die Deponienachsorge finanziert wurden. Noch sind nicht alle Maßnahmen abgeschlossen, wobei die wesentlichen Arbeiten geleistet sind. Albrecht Tschackert erläuterte, dass Mülldeponien „lebende technische Organismen“ seien. Durch den ständig fortschreitenden Verrottungsprozess der organischen Abfälle entstehen auch weiterhin Setzungen und Veränderungen im Innenleben der Halde. Auch die eingesetzten Bauwerkstoffe werden Ermüdungserscheinungen zeigen. Diese sind bedingt durch die erhebliche Auflast, durch die erhöhten Temperaturen im Inneren der Deponie und durch den Angriff verschiedenster chemischer Substanzen, die sich im Sickerwasser finden. So ist damit zu rechnen, dass auch in Zukunft weitere Maßnahmen zur Funktionserhaltung der umwelttechnischen Barrieren erforderlich werden. Dies ist erforderlich, um in unserem Verdichtungsraum eine Altablagerung mit einem Volumen von 3 Mio. Kubikmetern belassen und sie in den Naturraum zwischen Erdmannhausen und Ludwigsburg integrieren zu können.


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