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Förderverein Kinderheim Zsobok e.V. - 11.10.2004

Neues vom Förderverein Zsobok

Seit 10 Jahren gibt es in Zsobok ein Kinderheim. Begonnen hat die Kinderheimarbeit im Herbst 1994, als die ersten Kinder in einem renovierten Gebäude neben dem Pfarrhaus aufgenommen wurden und seit 1996 sind die Waisenkinder im neuen Kinderheim Bethesda untergebracht.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Kinderheimarbeit sowie über die Einweihung des Immanuelhauses und des Altersheims sind einige unserer Mitglieder nach Zsobok gefahren.

Hier ein kleiner Reisebericht:

Fast wie ausgestorben wirkte das Dorf bei unserer Ankunft am Freitagabend. Lediglich einige weitere Besucher aus Deutschland und ein paar Mitarbeiter des Kinderheims haben wir an diesem Abend in Zsobok getroffen, der Rest des Dorfes war in Farnas und bereitete die Einweihungsfeierlichkeiten für das Altersheim vor.

Am Samstag, 04.09. war dann der große Tag gekommen. In der überfüllten Kirche von Zsobok hielt Bischof i. R. Kálmán Csiha um 11.00 Uhr den Festgottesdienst.

Anschließend machte sich die große Festgemeinde auf zum gleich neben der Kirche gelegenen Immanuelhaus. Nachdem der Bischof seinen Segen gegeben hatte, bestand die Möglichkeit zur Besichtigung des Gebäudes. In diesem Haus sind im Erdgeschoss ein Verkaufsraum sowie das Büro der Mühle und der Bäckerei untergebracht. Im Obergeschoss befindet sich eine Wohnung. Hier sollen in den nächsten Wochen vier Jugendliche einziehen, die inzwischen zu alt für das Kinderheim geworden sind. Diese jungen Männer haben die Schule jetzt beendet und arbeiten im Projekt mit. Die Wohnung ist noch völlig leer und bei unserem nächsten Transport möchten wir die Wohnungseinrichtung für diese Jugendlichen mitnehmen.

Danach fuhren wir dann in das 3 km entfernte Dorf Farnas. Hier hat die Kirchengemeinde Zsobok in den letzten 7 Jahren ein Altersheim gebaut, das an diesem Tag eingeweiht wurde. Das Altersheim wurde auf einem ehemaligen Gut erbaut und besteht aus zwei Gebäudeteilen: Zum einen wurde das alte Herrenhaus des Grafen renoviert. Hier wurden Aufenthalts- und Veranstaltungsräume untergebracht. Hauptteil des Altersheims aber ist ein großer Neubau mit 24 Zimmern für 48 alte Menschen, die hier ab dem kommenden Frühjahr leben sollen.

Dieses Haus ist in erster Linie als Altersheim und weniger als Pflegeheim gedacht, doch Prof. Molnár ist sich bewusst, dass sich dies im Laufe der Jahre ändern wird. Das wirtschaftlich Konzept des Hauses ist durchdacht und schlüssig, so dass es sich von selbst tragen wird. Dies kommt daher, dass eine gesunde Mischung von wohlhabenden und weniger wohlhabenden Menschen im Altersheim aufgenommen werden soll. Der Bedarf an solchen Plätzen sei groß, so Prof. Molnár.

Gefeiert wurde die Einweihung des Altersheim dann zünftig. Drei Kälber mussten geschlachtet werden, um die zahlreichen Festgäste zu versorgen. Höhepunkt der Einweihungsfeier war ein sehr beachtliches Konzert des Barockorchesters Transylvania im Hof des Heimes.

Im Bereich des alten Gutes haben wir im vergangenen Jahr vom Förderverein aus ein kleines Haus gekauft. Dieses Haus wollen wir im kommenden Jahr nun richten bzw. richten lassen, damit dort einige Mädchen aus dem Kinderheim wohnen können, die die Schule beendet haben und im Altersheim mitarbeiten werden.

Über das Zsobok-Projekt gibt es ansonsten viel Gutes zu berichten. In den 10 Jahre seit Bestehen des Kinderheims lebten insgesamt 186 Diaspora-Kinder im Heim und 78 Waisenkinder fanden in Zsobok eine neue Heimat. Von den Waisenkinder besuchen in der Zwischenzeit 11 das Gymnasium oder studieren an verschiedenen Universitäten. Dies ist sehr erfreulich, insbesondere vor dem Hintergrund der Geschichte dieser jungen Menschen. Außerdem arbeiten einige Jugendliche im Projekt mit.

Da der Altersdurchschnitt der Kinder beständig gestiegen ist, konnte die Mitarbeiterzahl des Heimes etwas reduziert werden, da viele Aufgaben von den älteren Kindern mit übernommen werden (Reinigungsdienste, Mithilfe in der Küche, Gärtnerei und Landwirtschaft, ...).

Problematisch ist nach wie vor die finanzielle Situation des Heimes. Die Kosten für Energie (Heizölkosten 2003 = 28.000 EUR) sind sehr hoch und die Ausbildung der Kinder in Klausenburg ist auch nicht billig. So ist das Heim nach wie vor dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Wegen der hohen Heizkosten wird momentan daran gedacht, Teile der Heizung auf Holz umzustellen.

Interessantes haben wir bei unserem Besuch auch über die kommunalpolitische Situation erfahren. Zsobok (ca. 350 Einwohner) gehört politisch ja zur Gemeinde Almasu, die aus insgesamt 9 Dörfern besteht und zusammen 1.800 Einwohner hat. Istvan Gal Mate, den viele von uns kennen, vertritt seit Mai dieses Jahres das Dorf Zsobok im Gemeinderat. Das Haushaltsvolumen der Gemeinde beträgt insgesamt 125.000 EUR. Das Geld wird komplett für den Unterhalt der drei Schulen im Gemeindegebiet sowie für die Löhne der Lehrer und der Verwaltung benötigt, so dass für Investitionen z.B. im Straßenbereich nichts übrig bleibt.

Die Mühle und die Bäckerei unter der Leitung von Csaba Gal sind sehr gut ausgelastet. Die Weizenernte war gut und alle Silos sind gefüllt.

Das Glanzstück der Zsoboker Betriebe ist derzeit die Gärtnerei. Bela, der Gärtner, hat hier innerhalb kurzer Zeit Beachtliches geschaffen und konnte eine sehr große Tomaten, Paprika und Gemüseernte einfahren.

Kurz vor Fertigstellung ist momentan der Schweinestall. Hier werden lediglich noch einige Ventilatoren benötigt und die Mistbahn muss noch eingebaut werden. Wir hoffen, dass dies in den nächsten Wochen erfolgen wird und der Stall dann profitabel genutzt werden kann.

Perspektiven sieht Prof. Molar auch für die derzeit stillstehende Schlosserei, die möglichst bis Sommer kommenden Jahres wieder den Betrieb aufnehmen soll.

Im November wollen wir mit einem weiteren Hilfstransport wieder viele dringend benötigte Dinge nach Zsobok bringen.


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