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Ehrenbürger Erdmannhausens

 

Johanna Franziska Reichenbach

Johanna Franziska Reichenbach
Johanna Franziska Reichenbach
Johanna Franziska Reichenbach wurde am 8. Dezember 1777 in Ludwigsburg als Tochter des Militärwundarztes Jeremias Reichenbach geboren. Durch intensive Lektüre erwarb sie eine fundierte Bildung. Sie sei „eine stille Wohltäterin der leidenden Menschheit“ gewesen, schrieb später Johann Gottfried Pahl, der Affalterbacher Amtskollege ihres Bruders, des Erdmannhäuser Pfarrers Friedrich Reichenbach, und Freund der Familie. Ein beträchtlicher Teil des Pfarreinkommens sei für arme Erdmannhäuser verwendet worden. Auch vermachte sie der Stiftungspflege 300 Gulden, deren Zins in erster Linie für mittellose Kranke bestimmt war, außerdem für warme Kleidung für Kinder mittelloser Familien. Sie genoss allgemein große Wertschätzung im Dorf und wurde Patin zahlreicher neuer Erdenbürger. Einige Jahre nach dem Tode ihres Bruders zog sie nach Esslingen und später nach Stuttgart, wo sie am 27. Februar 1864 begraben wurde. Johanna Franziska Reichenbach war die Erste, der das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde verliehen wurde. 1978 erhielt der Querweg der Pfarrgartenstraße den Namen Reichenbachweg. Er erinnert an sie und ihren Bruder Friedrich.
 

Hermann Pfähler

Hermann Pfähler
Hermann Pfähler
Hermann Moriz Pfähler wurde am 7. November 1855 als Sohn eines Drechslers in der Oberamtsstadt Marbach am Neckar geboren. Er besuchte die dortige Lateinschule. Im Alter von 14 Jahren begann er eine langjährige praktische Verwaltungsausbildung. Nachdem er 1877 seine Dienstprüfung abgelegt hatte, war er bis 1881 Revisionsassistent (Kanzleigehilfe) beim Oberamt Marbach, dazwischen ein halbes Jahr lang Schultheißenamtsassistent in Feuerbach. Im Alter von nur 25 Jahren wurde er von der Regierung des Neckarkreises am 5. April 1881 zum Schultheiß von Erdmannhausen ernannt. Er war der erste hiesige Schultheiß, der als Verwaltungsfachmann sein Amt ausübte. Während seiner 34-jährigen Amtszeit als Ortsvorsteher brachte er seine Gemeinde mit zahlreichen Projekten weit vorausschauend voran. 1907 kandidierte er für das vakant gewordene Amt des Stadtschultheißen von Marbach. Dieses Amt erforderte vom Oberhaupt der Schillerstadt ein hohes Maß an Repräsentation. Vor der Wahl hatte er noch gut im Rennen gelegen, erreichte dann aber von den drei Kandidaten nur die zweithöchste Stimmenzahl. 1908 verlieh ihm König Wilhelm II. von Württemberg die Verdienstmedaille des Friedrichsordens. Anfang 1915 bewarb sich der mittlerweile knapp 60-Jährige um den Posten des Marbacher Oberamtspflegers. Die Marbacher Amtsversammlung wählte ihn mit großer Mehrheit. Am 3. Mai 1921 verlieh ihm der Gemeinderat wegen seiner großen Verdienste um die Gemeinde das Ehrenbürgerrecht. Aus diesem Anlass bedankte er sich prompt mit einer Stiftung von 1.000 Mark, deren Zinsertrag für notleidende Einwohner bestimmt war. Er starb in Erdmannhausen am 4. Juni 1937.
 

Friedrich Neid

Friedrich Neid
Friedrich Neid
Friedrich Neid wurde am 29.8.1859 in Ettenhausen (Oberamt Künzelsau) geboren, Der Sohn eines Bauern legte am Lehrerseminar das Lehrgehilfen-Examen ab. Nach einer Zeit als Lehrgehilfe wurde er zu Beginn des Schuljahres im April 1883 zweiter Schullehrer in Erdmannhausen. Fast 30 Jahre lang unterrichtete er die Mittelklasse mit 50/60 Schülern. In seinen Dienstbeurteilungen erhielt er immer gute Noten. 1902 wurde er erster Schullehrer und gleichzeitig Aufsichtslehrer. Er unterrichtete nun die Oberklasse. Anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums im Jahre 1908 erhielt er in Würdigung seines Fleißes und „seiner außerordentlichen Tüchtigkeit und bei dem ausgezeichneten Stand seiner Klasse“ 100,- Mark. 1910 wurde er zum Oberlehrer ernannt. 1916 verlieh ihm König Wilhelm II. von Württemberg das Wilhelmskreuz. Es wurde an Männer verliehen, die nicht am Kriege teilnahmen, sich aber in „in dienstlicher oder freiwilliger Tätigkeit namhafte Verdienste um die öffentliche Wohlfahrt erworben“ hatten. Die größte Ehrung wurde ihm jedoch 1923 zuteil, als ihm die Gemeinde das Ehrenbürgerrecht verlieh. In der Ehrenbürgerurkunde vom 7. Mai heißt es: „In dankbarer Anerkennung seiner 40-jährigen Tätigkeit als Lehrer, welche so reiche Früchte in der Gemeinde getragen hat“. Er starb am 26.6.1931 in Stuttgart, und unter großer Trauerbegleitung trug man ihn in Erdmannhausen zu Grabe. Sein Grabstein wurde im Jahre 2005 auf dem Friedhof an der Innenmauer beim Glockenturm aufgestellt.
 

Siegfried Menner

Siegfried Menner
Siegfried Menner
Siegfried Menner erblickte 1943 in Oberstenfeld, Kreis Ludwigsburg, das Licht der Welt. Nach seiner Ausbildung und dem Studium zum Diplomverwaltungswirt (1961-1967) arbeitete er im Landratsamt Ludwigsburg (Kommunalaufsicht) und bei der Stadt Sachsenheim (1967-1972). Am 5. März 1972 wurde Siegfried Menner bei einer Wahlbeteiligung von nahezu 80 Prozent mit rund zwei Dritteln der Stimmen zum Bürgermeister von Erdmannhausen gewählt. Anlässlich seiner Pensionierung beschloss der Gemeinderat am 19. Februar 2004, ihm „in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Gemeinde“ zum Ehrenbürger zu ernennen. Während der 32 Jahre seiner Dienstzeit habe er „sein Leben ganz in den Dienst der Gemeinde gestellt und mit hohem persönlichen Einsatz, unermüdlicher Tatkraft und großer Menschlichkeit die Geschicke der Gemeinde gelenkt und das heutige Bild von Erdmannhausen nachhaltig geprägt“. Ihm verdankt die Gemeinde ihre politische Selbstständigkeit. Im Jahre 2005 erhielt er aus der Hand von Landrat Dr. Haas das ihm vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik  Deutschland.